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Dorferneuerung - was ist das
eigentlich? Historische Entwicklung der Dörfer
Ursprünglich wurde das Dorf geprägt
durch die Landwirtschaft als ökonomische Grundlage, die enge Verbindung
von Siedlung und Landschaft und die Überschaubarkeit der räumlichen
und sozialen Beziehungen. Die Landwirtschaft hat auch das Bild der Dörfer
geprägt: durch die Hofformen, die Obstbaumgürtel um die Dörfer
und den weiten Bereich der Äcker, Wiesen und Weiden.
Strukturwandel
Durch den seit den 50er Jahren andauernden
Strukturwandel in der Landwirtschaft, der durch eine Mechanisierung und
Rationalisierung gekennzeichnet ist, hat sich sowohl das Bild der Dörfer
als auch die Einbindung in die Landschaft gewandelt: Größere
Maschinen erfordern größere, gleichmäßige Parzellen ohne
behindernde Gehölzgruppen, Ackerrandstreifen wurden mitbewirtschaftet,
unerwünschte Wildkräuter durch Unkrautvernichtungsmittel entfernt.
Übrig blieb eine immer monotoner werdende Landschaft. In dieser Zeit
verschwanden vielerorts die Obstbaumgürtel, die die Maschinen behinderten,
aber auch eine wichtige Rolle für die Dorfökologie
spielten.
Der Strukturwandel der Landwirtschaft wirkte sich
auf das gesamte Dorf aus: Die Rationalisierung führte zu einer
Vergrößerung der Betriebe, viele kleinere, nicht mehr
konkurrenzfähige müssen noch heute aufgeben, da sie im durch die
EU-Agrarpolitik bestimmten Wettbewerb nicht mithalten können. Gleichzeitig
nimmt die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten rapide ab. Da sich
in den Dörfern nur wenige andere Arbeitsplätze bieten, sind die
Arbeitnehmer zum Auspendeln in andere Orte oder sogar zum Abwandern in andere
Regionen gezwungen. Auch für die jüngere Generation sind qualitativ
und quantitativ nicht genügend Ausbildungsplätze vorhanden. So kommt
es oft zu einem Bevölkerungsrückgang und einer Überalterung im
Dorf. Gleichzeitig verschlechterte
sich in vielen Gemeinden auch die Versorgungsfunktion, da nun meist in den
besser sortierten Supermärkten am Arbeitsort eingekauft wird, die oft auch
preisgünstiger sind als die alten Tante-Emma-Läden. Mit deren
endgültiger Schließung endet aber auch ihre wichtige Rolle als
Kommunikationstreffpunkt im Dorf. Ein weiteres Problem ergibt sich aus dem Funktionsverlust vieler
landwirtschaftlich genutzter Gebäude. Sie stehen nun meist leer oder
werden nur unzureichend als Abstellflächen genutzt, was meist zu einer
Vernachlässigung der Bausubstanz führt, da Renovierungsarbeiten nicht
wirtschaftlich erscheinen. In
einigen Gemeinden kommt es auch zum Leerstehen von Wohngebäuden, da das
Wohnen im Neubaugebiet als günstiger betrachtet wird als die Renovierung
eines alten Wohnhauses. So kam es in den letzten Jahrzehnten vielerorts zu der
Entstehung ausufernder Neubaugebiete am Rande der Dörfer, während der
Ortskern langsam verfällt. Diese Neubaugebiete stehen meist in einem
krassen baulichen und gestalterischen Gegensatz zum Ortskern, und auch die
Verbindungen, räumlich wie sozial, fehlen oft.
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Dorferneuerungsprogramme
Die Dorferneuerungsprogramme haben das Ziel, die
Vielfalt der dörflichen Lebensformen in Lebensräumen mit sicherer
wirtschaftlicher Grundlage und hoher Umweltqualität zu entwickeln.
Siedlungsstrukturelle Mängel sollen beseitigt und die Wohn- und
Arbeitsverhältnisse verbessert werden.
Hieran
wird auch der ganzheitliche Ansatz deutlich: Die Dorferneuerung will
Perspektiven zur Lösung ökonomischer, sozialer und ökologischer
Probleme für einzelne Dörfer aufzeigen und die
räumlich-kulturelle Vielfalt der Regionen stärken.
Ganzheitliche Planung bedeutet, alle diese Aspekte
in einer ortsspezifisch erarbeiteten Entwicklungskonzeption
zusammenzufassen. Bürgerbeteiligung
Eine wichtige Rolle spielt hier die Beteiligung der Dorfbewohner:
heute wird nicht mehr für, sondern mit den Bürgerinnen und
Bürgern geplant. In Hessen wird dies durch die Erarbeitung des
Dorf-Entwicklungs-Konzeptes (durch
ein entsprechendes Büro) mit verschiedenen Arbeitsgruppen, in
Rheinland-Pfalz u.a. durch die
Dorfmoderation
gewährleistet. Empfohlene Literatur zum Thema
Ländlicher Raum, Dorferneuerung u.ä.:
(anklicken für mehr Informationen)
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Kühe in Allmenrod |
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Der letzte Laden schließt |
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Leerstehende Gebäude in Abtweiler |
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Arbeitsgruppensitzung in Eulersdorf |
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Ortsbegehung in Bingenheim |

Eine informative Zeitschrift ist "Der
ländliche Raum" der
Agrarsozialen Gesellschaft. Ausgaben als
.pdf-Datei erhalten Sie
hier
 Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Zeitschrift Landlust.
Hier ein Einblick.
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