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Dorfmoderation in Rheinland-Pfalz

(aus Informationen des Ministeriums des Innern und für Sport zusammengestellt)

 

Die Dorferneuerung beinhaltet neben der Verbesserung der räumlich-baulichen Gestaltung auch eine umfassende sozioökonomische und soziostrukturelle Weiterentwicklung der Gemeinde. Die Dorfmoderation soll daher zu einer intensiven Auseinandersetzung der Bürger mit ihrem Ort und im Ergebnis mit möglichst konkreten und umsetzbaren Handlungsansätzen führen. Hierbei soll durch ein Fachbüro die Einschätzung der Bevölkerung über ihren Lebensraum ergründet, zusammen mit den Bürgern positive Merkmale des Ortes erarbeitet, Defizite benannt, Probleme erörtert sowie Ansätze zu deren Lösung aufgezeigt werden. Der Dialog zwischen Bürgern, Gremien und Behörden soll intensiviert werden; es sollen Denk- und Willensbildungsprozesse angeregt und gefördert werden. Mittel dazu sind z.B.:

  • Bürgerversammlungen,
  • Einrichtung von Arbeitsgruppen, Arbeitskreisen,
  • Workshops,
  • Einrichtung eines „Runden Tisches“,
  • Exkursionen,
  • Fachgespräche,
  • Unterstützung von Initiativen vor Ort
  • Öffentlichkeitsarbeit.

 

Es sollen möglichst alle sozialen Gruppierungen und ökonomisch wirksamen Personen vor Ort angesprochen und durch vorwiegend beratende Funktion zur Entwicklung eigener Ideen mit Vorschlägen zur Lösung der örtlichen Probleme angeregt werden. Diese Vorschläge sollen untereinander erörtert und zu einer möglichst gemeinsam getragenen „Zukunftsidee“ oder einem „Leitbild“ zusammengefasst werden.

 

Die inhaltlichen Ansatzpunkte sind von Ort zu Ort verschieden. Nachfolgend werden einige Schwerpunkte genannt:

  • Feststellung der drängendsten Probleme der Bürger,
  • soziale Problemlagen und Veränderungen der dörflichen Lebensgemeinschaft und Formen künftigen Zusammenlebens;
  • Einbindung von Kindern und Jugendlichen sowie der Senioren in das Dorfleben
  • infrastruktureller und ökonomischer Ausblick durch Wertung gegenwärtiger Tendenzen (Verkehr, Gewerbe, Landwirtschaft und Weinbau, Gastronomie, Fremdenverkehr etc.);
  • Sicherstellung der örtlichen Grundversorgung;
  • überörtliche Kooperationen,
  • neue Formen kultureller Aktivitäten;
  • ökologische Ausgangslage und Ansatzpunkte zur Verbesserung (Umweltschutz, Energie, Abfall, Naturschutz und Landschaftspflege),
  • baulich-räumliche Situation sowie der optisch-gestalterische Zustand (speziell des Ortskernes);
  • historisch-heimatkundliche Erhebungen und Aufarbeitungen zur Ergründung lokaler Werte;

 

Wir haben seit 1993 Informations-, Beratungs- und Motivationsphasen bzw. Klärungsphasen (alles vergleichbar mit der Dorfmoderation) in Hessen und seit 1995 Dorfmoderationen in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Beispiele dazu finden Sie über den Menüpunkt „Projekte“.

 

Eine sehr gute Methode für den Einstieg in eine Dorfmoderation ist die von uns entwickelte Dorfkonferenz. Sie dient z.B. zur Initiierung von Dorfentwicklungsprozessen, zur Vorbereitung der Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", zur Erarbeitung der Zukunftsperspektiven und des Leitbildes, als Auftaktveranstaltung von Dorfmoderationen oder der Aufstellung von Dorfentwicklungsplänen.

 

Ziel ist neben der breiten Einbindung der Bevölkerung in den Dorfentwicklungsprozess der Einstieg in die Erarbeitung eines dorfspezifischen Leitbildes für die örtliche Entwicklung bis 2035 oder 2040.

 

Ablauf:

  • Einführung in das Thema mit Informationen zum Strukturwandel im ländlichen Raum und zum demographischen Wandel und seinen erwarteten Folgen

  • Gemeinsame Erarbeitung der aktuellen Stärken und Schwächen des Ortes: "Welche Themenfelder sind für die zukünftige Entwicklung des Ortes besonders wichtig? Wo liegen Stärken und Schwächen?"

  • Inhaltliche Impulse von Frau Franzen (aus der Erfahrung in bisher über 160 betreuten Dörfern) zu den genannten Themenfeldern: Welche Ansätze wurden zu diesen Themen in anderen Orten schon verwirklicht? Welche Möglichkeiten gibt es, die Stärken des Ortes auszubauen und die Schwächen abzumildern?

  • Pause mit Kaffee und Kuchen

  • Zeitreise ins Jahr 2040 (mit Einleitung über zeitlichen Rückblick)

  • Gruppenarbeit entsprechend den unter 2. genannten Themen: "Wie lebt man 2040 in unserem Dorf?" - Gruppen erarbeiten Poster zu ihren Visionen

  • Vorstellung der Ergebnisse

  • Formulierung von Leitthesen, Festlegung der nächsten Schritte (z.B. Organisation der weiteren Gruppenarbeit)

 

Dauer: ca. 4-5 Stunden, daher samstags oder sonntags nachmittags am besten durchzuführen

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